Borbeck

Borbeck ist ein nordwestlicher Stadtteil der Stadt Essen, der am 1. April 1915 mit allen anderen Teilen des heutigen Stadtbezirks IV Borbeck eingemeindet wurde. Innerhalb von Essen ist Borbeck-Mitte als Mittelzentrum eingestuft.

Geschichte • Oberhof Borbeck

Die erste urkundliche Erwähnung Borbecks stammt aus einer Liste mit Abgaben an das Stift Essen aus dem Jahr 869. Es wird hier der Oberhof Borthbeki genannt (von "Bach, der durch eine Börde, ein reiches Zinsgebiet fließt" - Quelle im Borbecker Schlosspark). Borbeck bildete damals einen von neun, dem einige Jahre zuvor gegründeten Stift Essen abgabepflichtigen, Oberhöfen. Die Essener Fürstäbtissin Berta von Arnsberg kaufte 1288 den offenbar verpfändeten Oberhof Borbeck, um dort im Anschluss den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Borbeck errichten zu lassen. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Borbeck zur bevorzugten Residenz der Essener Äbtissinnen, was dazu führte, dass die alte romanische Kirche des Ortes 1339 von der Äbtissin Katharina von der Mark umgebaut wurde, damit sie und ihr Gefolge standesgemäß an den Messen teilnehmen konnten.

19. Jahrhundert

Das Jahr 1816, das in die Geschichte als das Jahr ohne Sommer einging (am 25. Juni war sogar Schnee gefallen), brachte die letzte große Hungersnot, von der man sich erst 1819 langsam erholt hatte. Ursache dieser Katastrophe waren die Folgeerscheinungen eines Super-Vulkanausbruchs (Tambora im April 1815). In den 1840er Jahren setzte im Borbecker Raum die Industrialisierung mit dem Steinkohlenbergbau ein, welche die Zuwanderung vieler Arbeit suchender Menschen zur Folge hatte. Zuvor hatte das Gebiet durchweg ländlichen und Borbeck-Mitte insbesondere dörflichen Charakter. Zentrum des Dorfes war der Dionysiusplatz. Hier steht mit der St. Dionysius-Kirche als dreischiffige neugotische Backsteinbasilika die dritte Kirche an dieser Stelle. Der Bau wurde 1862 nach ursprünglichen Plänen von Vincenz Statz und weiterer Überarbeitung durch Maximilian Nohl begonnen. Baurat Krüger beauftragte letztlich aus Kostenerwägungen den Baumeister Clemens Guinbert damit, unter der Aufsicht vom Essener Kreisbaumeister August Kind das Bauprojekt auszuführen. 1863 erfolgte die Einsegnung und nach Erweiterung durch Anbau der Sakristei erfolgte 1867 durch den Kölner Erzbischof Paulus Melchers die Kirchweihe. Eine erste Kirche soll etwa im 11. Jahrhundert hier errichtet worden sein. Die Zweite bereits oben genannte romanische Kirche stammte aus dem Jahr 1339 und beherbergte den noch in der heutigen Kirche befindlichen Grabstein der 1598 verstorbenen Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim. Ein typisches Zeugnis der Bebauung in vorindustrieller Zeit bildet das klassizistische Fachwerk-Wohnhaus am Dionysiuskirchplatz 10. Das an die Einigungskriege erinnernde Germania-Denkmal in Borbeck steht unter Denkmalschutz.

Zugehörigkeiten

Nach dem Ende des Stiftes Essen 1803 wurde Borbeck als französisch besetztes Gebiet 1808 zur Munizipalität. Schließlich führte die Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 dazu, dass die Gemeinde Borbeck zu Preußen kam und zur eigenständigen Bürgermeisterei innerhalb des Kreises Essen wurde. Von 1823 bis 1859 gehörte Borbeck zum Kreis Duisburg, danach ab 1859 wieder zum neu eingerichteten Kreis Essen. Der Bürgermeisterei gehörten Bedingrade, Bochold, Dellwig, Frintrop, Gerschede, Schönebeck unter damaligem Einschluss von Vogelheim sowie die Bauerschaften Lippern (Lipper Heide) und Lirich an. Mit diesen beiden letztgenannten Teilen erlitt die Bürgermeisterei Borbeck am 1. Februar 1862 ihren größten Gebietsverlust. Diese Ortsteile bildeten ab diesem Zeitpunkt zwei Drittel der neu gegründeten Gemeinde Oberhausen. Auch das Dreibauerschaftsquartier, bestehend aus Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen, wurde nach der Säkularisation der Munizipalität Borbeck zugeteilt, aber 1874 als eigenständige Bürgermeisterei Altendorf wieder ausgegliedert.

Bürgermeister:

  • Christian Joseph Philipp Leimgardt (1808–1823)
  • Ludwig Stock (1823–1840)
  • Anton Hermann Péan (1840–1868)
  • Wilhelm Faehre (1868–1869)
  • Carl Anton Joseph Kruft (1869–1881)
  • Rudolph Heinrich (1881–1907)
  • Ferdinand Carl Valentin Baasel (1907–1915)

 

Kultur und Bildung

Die Alte Cuesterey neben der Kirchtreppe am Weidkamp ist ein 200 Jahre altes Haus, vom Kultur-Historischen Verein Borbeck renoviert, in dem heute ein Museums- und Begegnungszentrum beheimatet ist, in dem regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen stattfinden.

Im Schloss Borbeck gibt es mit dem Kulturzentrum eine Einrichtung der Stadt Essen, die Konzerte mit Künstlern und wechselnde Ausstellungen in der Galerie bietet. Eine historische Dauerausstellung, die die Geschichte von Stift und Stadt Essen widerspiegelt, gibt es hier seit 2006. Seit 1999 ist eine Außenstelle der Folkwang Musikschule im Schloss ansässig. Zudem können sich Paare hier, im Standesamt im Schloss, trauen lassen. Gegenüber dem Schloss liegt mit der Dubois-Arena eine Freiluftarena, die eine ehemalige Boxkampfstätte war. Die Dampfbierbrauerei Essen-Borbeck hat eine Brautradition seit 1896. Hier war auch die Essener Stern-Brauerei Essen ansässig. Im Zentrum liegt der Bahnhof Essen-Borbeck, mit der im Jugendstil restaurierten ehemaligen Schalterhalle. Ein Gemälde von Adolf Lohmann zeigt hier seit 2001 Borbecker Motive. Der Marktbrunnen Borbecker Halblang prägte weithin den Begriff Borbecker Halblang in Erinnerung an die Zeiten im 19. Jahrhundert, als es üblich war, Kleidung für Kinder etwas zu groß zu kaufen, damit sie hineinwachsen konnten. Am Möllhoven liegt die Voßgätters Mühle als letztes Zeugnis einer langen Tradition von Borbecker Mühlenbetrieben am Pausmühlenbach. Eine Kornmühle ist hier bereits 1547 bezeugt. Heute beherbergt die Voßgätters Mühle das Naturschutzzentrum der Naturschutzjugend Essen/Mülheim. Ein Gedenkstein am Reuenberg, der Hagedornstein, erinnert an den Heimatdichter Hermann Hagedorn, der seine Gedichte auf Borbecker Platt verfasste. Seit 1949 erscheinen wöchentlich die Borbecker Nachrichten, die zeitweise eine der auflagenstärksten lokalen Wochenzeitungen Deutschlands war. Seit dem Jahr 2000 gehört das ehemalige Familienunternehmen zur in Essen beheimateten Funke-Mediengruppe. Des Weiteren gab es Ende 2007 die Doku-Soap Wir in Essen-Borbeck.

Zur Bildung im Stadtteil tragen das Gymnasium Borbeck, das Mädchengymnasium Borbeck (einziges Mädchengymnasium Nordrhein-Westfalens in kommunaler Trägerschaft), die Gesamtschule Borbeck, zwei Realschulen, eine Hauptschule, Grundschulen sowie Förderschulen mit unterschiedlichem Förderschwerpunkt bei.

Verkehr

Borbeck ist entfernt über die beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden Bundesautobahnen 40 und 42 an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Autobahnen tangieren nicht direkt den Stadtteil Borbeck, wohl aber den Stadtbezirk am Rande, was wesentlichen Anteil an Borbecks Verkehrsanbindung hat. Ebenfalls in Ost-West-Richtung verläuft die Bundesstraße 231, die Borbeck mit Essen und Oberhausen verbindet, sowie der Rhein-Herne-Kanal.

Zentraler Verknüpfungspunkt an den regionalen öffentlichen Personennahverkehr ist der Bahnhof Essen-Borbeck. Hier halten der Regional-Express RE 14 (Essen Hbf – Bottrop Hbf – Dorsten – Borken (Westf)) und die S-Bahn-Linie S 9 (Wuppertal Hbf – Essen Hbf – Bottrop Hbf – Haltern am See). Die Straßenbahnlinien 101 und 103, sowie die Buslinien 140, 143, 160, 170, 185, 186 und die Nachtexpresse NE 11, NE 12 und NE 15 der Ruhrbahn sorgen für weitere Erschließung des Stadtteils.

Borbeck

Bild: Quellen / References

Die St. Dionysius-Kirche als dreischiffige neugotische Backsteinbasilika.
Bild: Quellen / References

Historisches Gasthaus am St. Dionysius-Kirchplatz.
Bild: Quellen / References

Die Matthäus-Kirche der ev. Kirchengemeinde.
Bild: Quellen / References

Die Germania-Statur auf dem Germaniaplatz in Essen-Borbeck.
Bild: Quellen / References

Die aufwändig gestaltete Vorhalle im Bahnhof Essen-Borbeck.
Bild: Quellen / References

Dampfe

Die Stern-Brauerei im Essener Südviertel wurde 1989 geschlossen und wegen der später durchgeführten Erweiterung des benachbarten Hauptsitzes des Energieversorgers RWE abgerissen. Heute steht am Platz der ehemaligen Brauerei der RWE-Turm als Konzernzentrale.

Nachdem Stern 1990 die Betriebsgebäude der heutigen Dampfbierbrauerei in Borbeck übernommen hatte, werden dort die Brautätigkeiten aufrechterhalten. Zwei Jahre später fand der Einbau der Braustube der Stern-Brauerei statt.Die Dampfbierbrauerei in Borbeck ist heute Teil der Route der Industriekultur. Bis zum 31. Dezember 2007 wurde das Sortiment der Stern-Brauerei auch in der Privatbrauerei Jacob Stauder in Altenessen hergestellt. Der Werbeslogan lautete Stern Pils - Das Pils unter dem guten Stern.

Seit dem 1. Januar 2008 hat das Essener Familienunternehmen HSE Getränkegroßhandel GmbH die Alleinvertriebs- und Markenrechte für die Traditionsmarke Stern übernommen, die damit weiterhin erhalten bleibt. Das Stern Pils und Export wird seitdem allein über die mehr als 100 Getränkemärkte des Unternehmens vertrieben. Im Mai 2012 wurde das Design von Stern Pils und Export zur Image-Aufbesserung geändert.

Die Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck - kurz: Dampfe.

Quelle: Wikipedia Deutschland
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Aktuelles aus Borbeck

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    Kategorien: Borbeck, Freiheit Emscher, Nachlese, News
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Traditionelle Stadtteilfeste

Borbecker Schlossparkfest

Borbecker Autoschau

Borbecker Marktfest

Borbecker Weinfest

Vereine im Stadtteil

Initiativkreis Centrum Borbeck e. V. (CeBo)

Marktstraße 14
45355 Essen

Tel. 0201 / 68 10 24
Fax 0201 / 86 019 09

E-Mail: info@ceboborbeck.de

Webadresse:
www.ceboborbeck.de

Borbecker Bürger- und Verkehrsverein e.V. (BBVV)

Dr. Christof Beckmann
Hülsmannstr. 74
45331 Essen

Webadresse:
www.bbvv.de

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